Fortbildungen und Projekte:
- 2008 Fortbildung: “Forumtheater und Neue Methoden”mit Augusto Boal
- 2006 Workshopleitungzum Thema “Gewaltprävention” am Jugendhaus Café Ratz in Untertürkheim
- 2004 Projektleitung “Unsichtbares Theater” nach Augusto Boal mit Studenten der Theater-Akademie-Stuttgart
Theater der Unterdrückten
Während meines Theaterpädagogik-Studiums bin ich auf ein Buch von Augusto Boal ” Theater der Unterdrückten; Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler gestoßen”. Seine Methoden haben mich sehr fasziniert! Die Idee, dass Theater nicht nur im Theater, sondern auch auf der Straße stattfinden kann, dass man mit Theater die Welt verändern, die Gesellschaft aufrütteln, etwas bewegen kann hat mich sehr fasziniert.
Deshalb beschloss ich mich in meinem theaterpädagogisches Abschlussprojekt mit “Unsichtbaren Theater” - eine Methode von Augusto Boal zu arbeiten.
Sechs Wochen lang beschäftigen wir (Studenten der Theater-Akademie-Stuttgart unter meiner Leitung) uns mit Unsichtbaren Theater. Wir entwickelten 3 Szenen zum Thema Unterdrückung und führten sie in der Innenstadt von Stuttgart auf.
Forumtheater und Neue Methoden
Ich freue mich sehr nächste Woche die Gelegenheit zu haben an einem 3-Tage-Workshop mit Augusto Boal teilzunehmen. Ich bin sehr gespannt ihn, Augusto Boal selbst zu erleben, von ihm zu lernen.
Augusto Boal wurde Anfang 2008 für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert!
Gewaltpräventionsworkshop - Wenn “coole Jungs” plötzlich kleinlaut werden
Angelehnt an den Methoden von Augusto Boal und der Theaterpädagogik haben wir meine Kollegin Heike Heinemann-Schleger und ich ein eigenes Konzept zum Thema “Gewaltprävention” entwickelt.Im folgenden Pressebericht: Wenn “coole Jungs” plötzlich kleinlaut werden können Sie einen Eindruck von unserer Arbeit bekommen.
Unser Konzept:
Jeder kennt Gewaltsituationen - junge Menschen, wie ältere - in der Schule, auf der Straße, zuhause…. Situationen in denen wir zum Täter, Opfer oder Beobachter wurden.
Aktuell werden wir durch die Medien immer wieder auf den Brennpunkt Schule aufmerksam gemacht. Allzu schnell kommt es zu Cliquenbildung und Außenseiterposition, es findet wenig Kommunikation untereinander statt und der Umgang miteinander leidet immer mehr darunter.
Wir möchten gemeinsam mit der Gruppe und ihrem Leiter neue Wege der Begegnung ermöglichen. Es soll in einem geschützten Rahmen außerhalb des normalen Alltags die Möglichkeit bieten, sich gegenseitig einmal ganz anders und wieder neu kennen zu lernen und aufeinander zu zugehen.
Es geht uns vor allem um:
- Stärkung des Gruppenverbandes
- Integration aller Beteiligter
- Kennenlernen auf einer neuen Ebene
- Respekt dem anderen gegenüber
- sich mitteilen können im geschützten Rahmen
- aus dem gewohnten Verhaltensmuster aussteigen können
- gemeinsam neue Handlungsalternativen einüben
- gemeinsam etwas einstudieren
- gemeinsam Lösungen finden
- spielend Neues erfahren
Mit Hilfe theaterpädagogischer Mittel werden wir uns intensiv mit dem Thema Gruppendynamik und Gewaltprävention auseinandersetzen.
Mögliche Themen dabei könnten sein: (wichtig sind die Themen der Jugendlichen)
Welche Formen von Gewalt gibt es in unserem Alltag (Körper, Sprache)?
Was empfinde ich als aggressiv?
Welche Rolle spielt das Opfer?
Wie verhalten sich Zuschauer?
Werden wir durch das Nicht- Handeln nicht zum Mittäter?
Welche Dynamik kann bei Cliquen- Verhalten entstehen?
Täterrolle: Welche Beweggründe hat er eine andere Person zu unterdrücken?
Was ist Macht? Warum besitzen wir sie so gerne?
Welche Handlungsmöglichkeit habe ich als Beobachter in einer Gewaltsituation?
Während des Seminars wollen wir uns über verschiedene Konfliktsituationen mit Hilfe z.B. des Statuen und Forumtheaters austauschen, im Sinne einer aktiven Art und Weise der Auseinandersetzung mit Problemen. Indem wir erlebte Situationen nachstellen/spielen, haben wir die Möglichkeit in die Position des Täters, Opfer, oder Beobachters hineinzuschlüpfen. So erleben wir am eigenen Körper wie man sich als Opfer, Täter oder passiver Zuschauer fühlt.
Wenn diese gewalttätigen Lebenssituationen aus der Perspektive der unterschiedlich Betroffenen konkret sinnlich erfahrbar gemacht werden können - wenn ich “ein Stück in den Schuhen des Anderen gelaufen bin” - dann kann ich meine individuellen Verhaltensmuster verändern und so kann ein Dialog neu entstehen.
Der 2. Schritt ist nun gemeinsam nach alternativen Handlungsmöglichkeiten zu suchen und diese aktiv im Spiel umzusetzen. So bleiben unsere Ideen nicht nur in der Theorie, sondern werden in der Praxis ausprobiert. Wichtig ist: es gibt keine „richtigen“ Antworten auf die Probleme, sondern wir versuchen die Mechanismen der Probleme zu erkennen, aufzudecken und gemeinsam nach Lösungsstrategien zu suchen und diese auszuprobieren.
